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Der Computer und ich… so fing alles an!

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Es ist jetzt sage und schreibe 27 Jahre her. Der Ernst des Lebens. Die Schule. Die erste Klasse. Genau erinnern kann ich mich nicht mehr. Aber es gibt Dinge, die sind immer wie verwurzelt. Der Umgang mit Schulbüchern, die damals schon unter den Geschwistern weitergereicht wurden. Schön mit einem Umschlag, damit nichts passiert. Später, also man für Mathematik einen Taschenrechner brauchte wurde es noch besser. Dieser wurde in der Pause zwischen mir und meiner Schwester getauscht… damals war das ein halbes Vermögen. Ein Taschenrechner…

Mein erstes und beinahe letztes elektronischen Gerät in der Schulzeit war der Projektor, mit dem Folien „an die Wand geworfen“ wurden. Erst in der 11. Klasse!!! hatten wir Informatik Unterricht. Übrigens das einzigste Fach auf meinem Abi-Zeugnis mit vollen 15 Punkten 😉 Ich kann mich noch erinnern, als ich mit einem Freund zum Direktor musste, weil wir beide (als einzigste) unser Abitur in Informatik schreiben wollen. Wir sollen uns doch für was anderes entscheiden, sonst müsste man extra eine Prüfung vorbereiten. Ja und? Mir war das egal, ich war gut und wollte das schreiben, fertig.

In der Zwischenzeit zu hause, war das ganze nicht ganz so schlimm. Ich weiß nicht genau, wie alt ich war. Auf jeden Fall war es kurz nach dem Mauerfall. Ich war wohl so 10 Jahre. Da hab ich dieses Meisterwerk der Technik bekommen. Den Mister X!

Der "Mister X" Lerncomputer.

Dieses kleine blau-graue Kästchen. gut 1 Kilo schwer, mit monochromen einzeiligen Display und Kassetten-Slot war der Anfang allen Übels 😉 Ich glaube meinem Eltern war damals die Tragweite dieses Geschenkes gar nicht bewusst. Ich habe Stunden um Stunden an dem Teil zugebracht. Allgemeinwissen, Physik, Mathe, Geschichte… alle Fragen rauf und runter beantwortet. Schreibmaschinenkurse gemacht (man kennt ja was davon übrig bleibt) und dann den Punkt „Programmieren“ entdeckt. Aha, was das, was macht man da… schnell wurden die ersten Programme geschrieben. Ich möchte erwähnen, das Teil hatte KEINEN Speicher. Ich musste meine Programme mit der Hand abschreiben. Was dazu führte, dass die Programme somit auch gleich immer besser wurden.

Gut 2 Jahre später hielt dann mein guter alter Atari 1040 STFM Einzug ins Kinderzimmer. Ein tolles Gerät! Gekoppelt an den alten Farbfernseher meiner Eltern wurde noch mehr Zeit damit zugebracht.

8 MHz Rechenleistung! 8… heute sind wir stellenweise bei 4000 davon… Einer Auflösung von 640×400 Pixel und 1MB Hauptspeicher… heute wieder 4000 davon. Damit wurde dann gedaddelt ohne Ende 🙂 Und auch entwickelt. Mein Meisterwerk „Die 6 Monde“ 😀 Ein Knaller war das 😉 Das gute Stück begleitete mich weitere Jahre.

Später kam dann der erste PC ins Haus. Ein 486 DX2-50 mit 4MB RAM und 210MB Festplatte im Big-Tower 30 Kilo Gehäuse . Da wurde gebasteltet und geschraubt, gespielt und gelernt.

Das Ende vom Lied, als wir in der Schule endlich Informatik-Unterricht hatte, waren die paar Freaks in der Klasse dem Lehrer weit überlegen!

Nach der Schule wollte ich eigentlich eine Ausbildung im KFZ-Bereich machen. Autos haben mich immer fasziniert 🙂 Nur mit dem ganzen PC-Technik-Background und einem passablen Abitur war ich damals immer „überqualifiziert“ Für mich immer noch das Unwort schlechthin. Gerade wenn man bedenkt, wieviel Technik heute in einem Auto steckt. Somit wurde wieder eine IT-lastige  Ausbildung daraus und so ging es immer fleißig weiter.

Auf jeden Fall, wäre ich heute ohne die ganze Technik nicht da, wo ich wäre und ich denke, meine Eltern sind verdammt stolz drauf, was aus mir geworden ist!

Und das alles nur wegen eines kleinen blau-grauen Kastens namens Mister-X. In diesem Sinne, versperrt euren Kindern nicht den Zugang zur Technik. Sie bestimmt unser Leben immer mehr und wer dabei Schritt halten will, kann gar nicht früh genug anfangen.

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14 Kommentare

  1. Nicht zu vergessen, dass unser Sohn auch schon fleißig auf dem IPad rumdaddelt 😉

  2. hast du die alte elektronik echt noch? ich hab leider nur meine atari konsole noch, den c64 hab ich verkauft 🙁

  3. Stell dir vor du musst auf eine einsame Insel und darfst nur 1MB Daten mitnehmen… 🙂

  4. das mit dem zugang zu technik nicht versperren dachte sich mein dad wohl auch, als ich mit ultima online und chatten im „stadtnet“ 600 dm telefonrechnung verursacht hatte 😉

  5. Den Mister-X hab ich noch. Das Foto ist gut 2 Wochen alt. Das Teil funktioniert auch noch prima.

  6. Muha, 1MB, Folter!

  7. Ja die Zeiten ohne Flatrate 😉 Schön smooth mit dem 9600er Modem ins Netz 😉

  8. Pingback: Papa, ich geh zur Schule! Hast Du Deinen Laptop eingepackt? | Kalandro Solutions Blog

  9. Interessant, dass fing bei mir auf genau die gleiche Tour an. Mr X – Mathe- & Naturwissenschaftsspiele – Schreibmaschinenkurs. Und dann die Frage, warum man beim Spiel „NIMM“ immer „run“ eintippen musste, damits losgeht. Das erste Mal „list“ eingetippt und ich war mit dem „Computervirus“ infiziert. Mr X – ein echt tolles Gerät.

  10. Der MisterX…wow ist das lange her. Ich hatte fast den gleichen Werdegang wie du, nur hatte ich den C64 statt des Ataris.

  11. ich habe auch noch den guten alten MisterX werd den mal wieder rausholen

  12. Hallo,
    ich habe heute in meinem Archivkeller (Kinderspielzeug meiner Kinder) einen Mister X entdeckt. Den habe ich angeschlossen, er funktionierte noch. Ich bin dann beim daddeln auf die Seite gestossen und habe die o.a. Geschichte gelesen – genau so hat es mein Sohn auch erlebt. Den ersten C 64 habe ich auch noch. Heute ist mein Sohn ITler mit Begeisterung, wäre er ohne Mister X wohl nicht geworden. Am Wochenende kriegt er das Teil „zum Spielen“. Danke für die tolle Geschichte, weiterhin einen guten Lebensweg.

  13. Felix hat zu seinem 4. Geburtstag einen Lerncomputer von der Oma bekommen. Sie ist mit ihm in den Spielzeugladen gegangen, er durfte sich was aussuchen und der Computer war dann DIE Sache. s-:) Ich muss sagen, für mich war das aber nie ein Teufelszeug, sondern immer ein Spielzeug wie jedes andere auch. Und genauso handhabt er das auch. Er spielt mal ein Lernspiel (welche Form passt wo rein, welcher Buchstabe ist das), er hört sich mal ein Lied an. Genauso wie er mit jedem anderen Spielzeug spielt.

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