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Xbox One oder doch eher Xbox TV? Hauptsache Kontrolle!

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Vor zwei Wochen war es endlich soweit! Die neue Xbox! Xbox One heißt sie jetzt. Nicht 720 wie von vielen vermutet. Nachdem meine gute alte Xbox 360 der ersten Generation mir nach langer Treue den digitalen Mittelfinger in Form des roten Ringes zeigte, war die Spannung umso größer und die Enttäuschung gleich mit… Warum? Eigentlich hätte Microsoft die Konsole ja auch Xbox TV nennen sollen. Die ganze (ok, es gab dann doch auch ein paar Spieleszenen) drehte sich um das Thema Fernsehen.

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Quelle: Giga.de

In den vergangenen Wochen kochte dann fleißig das Gerüchte-Süppchen und es kam immer mehr seltsames dabei ans Licht. Onlinezwang, Unterbindung beziehungsweise Erschwerung des Verkaufs der teuer erworbenen Spiele. Und dann noch das eingereichte Patent zur Abrechnung eines Films nach Anzahl der im Wohnzimmer sitzenden Personen.

Jetzt hat sich Microsoft mal wieder zu Wort gemeldet und versucht ein paar Sachen gerade, bzw. ins scheinheilige Licht zu rücken.

Microsoft sieht die neue Konsole als grundlegend vernetztes Gerät an, das bietet Entwicklern viele neue Vorteile, da ja mittlerweile fast jeder über einen mehr oder weniger schnellen Internet Anschluss verfügt. Die Xbox One ist somit immer online. Ja, immer, selbst im Standby Modus. Es sollen ja Spiele, Anwendungen und das System up-to-date gehalten werden und der User nicht lange auf Updates warten müssen. Ach sich ganz nett, aber will ich das wirklich? Etwas Selbstbestimmung hätte man da schon gerne.

Ähnlich dem Prinzip von Steam steht dem Zocker von heute somit seine Spielesammlung nicht nur Boxform im Regal, sondern auch in digitaler Form in der Cloud zur Verfügung. Das ist soweit ja schon mal lobenswert. Man kann sich somit entscheiden ob man das Spiel lieber Oldschool (meine Wahl) in der Box oder gierig als digitalen Download haben möchte. Ob das preislich ein Unterschied macht? Wohl kaum!


Wie steht es um den Onlinezwang?

Soweit klingt das alles noch halbwegs gut. Aber was braucht meine Xbox One dafür? Zumindest schon mal einen Internetzugang mit 1,5 MBit/s und der sollte auch bitte dauerhaft online sein. Die Konsole will ja ungestört „arbeiten“ und prüfen ob es man neue Spiele gekauft, verkauft, geliehen hat oder ob es Updates gibt. Die Nutzung dieses Features steht dem Spieleentwickler aber frei. Immerhin.

Aber Konsole Offline betreiben? Ja klar, aber nur 24 Stunden bitte! Microsoft schränkt von Haus aus die Möglichkeiten zur Offlinenutzung der Konsole ein. Nach 24 Stunden muss die Konsole wieder mit Mutti telefonieren, sonst wars das mit dem Spielspaß. Dann bleibt nur noch Bluray oder DVD schauen über.

Ich brauch Platz, die alten Spiele müssen weg. Kein Problem. Oder Doch?

Ich kenne Spielefans in meinem Freundeskreis die gerne über Flomärkte spazieren und nach Spielen Ausschau halten oder selbst gerne ihren Tapeziertisch aufbauen und die alten Games unters Volk bringen wollen. DAS wird jetzt nicht mehr so einfach gehen!

Warum? Microsoft liegt hier einige Steine in den Weg. Ich kann Spiele nur an Freunde weitergeben, die mindestens 30 Tage auf meiner Freundesliste sind und ein Spiel darf auch nur einmal weitergegeben werden! Aber dafür sollen für den Transfer keine Gebühren anfallen. Großzügig, oder?

Der einzig positive Effekt ist, aber dass man die Spiele in der Familie teilen kann, bis zu 10 Familienmitglieder dürfen dann quasi gleichzeitig auf ein Spiel zugreifen. Wenn ich jetzt aber die Spielekonsolen in meiner Familie zähle…

Microsoft behält sich aber vor, die jetzt veröffentlichten Regeln zu verändern.

Überwachungsstaat Wohnzimmer?

Kinect gibt es jetzt ja immer direkt mit dazu. Somit erkennt euch die Xbox direkt am Gesicht und ihr könnt mit Sprachbefehlen das Gerät nach eurer Pfeife tanzen lassen. Und da war er wieder, der ständige Stand-By-Modus (natürlich mit Online-Verbindung) Sofort schlägt die Panik zu, die Konsole könnte den User ständig „verfolgen“ oder belauschen. Microsoft versucht nun, diese Befürchtungen einzudämmen. Denn jeder soll die Beobachtungsfunktionen der Konsole abschalten können. Dann muss man sich zwar manuell an der Konsole anmelden, aber das nimmt man doch gerne in Kauf.

Man kann Kinect zwar komplett abschalten, aber dann kann es auch mit manchen Spielen schwierig werden, die nur noch mit aktivem Kinect funktionieren werden.

Es heißt auch, dass Daten zu zu genutzten Spielen, gesehenen Filmen, Fotos und Gesichtsausdrücken sowie Herzfrequenz nur lokal gespeichert und nicht an Microsofts Server übermittelt werden. Ich bitte darum!

Für richtig „Spass“ sorgte dann zu guter Letzt noch ein Patentantrag von Microsoft mit dem kreativen Titel „Regulierung von Content-Vertrieb anhand der Zuschauerzahl

Das heißt so viel wie:

  • Die Technik soll es Rechteinhabern ermöglichen, die Lizenzkosten auf Basis der Zuschaueranzahl zu berechnen.
  • Lizenzen können auf vielerlei Art beschränkt werden: Der Inhalt darf insgesamt nur von einem bestimmten Nutzer mehrere Male genutzt werden, es darf nur eine eingeschränkte Anzahl von Nutzern gleichzeitig die Inhalte verfolgen, es dürfen nur Nutzer eines bestimmten Alters zugegen sein.
  • Die Zuschauer werden beim Abruf der Inhalte „überwacht“, heißt es im Patentantrag. Auf Basis dieser Nutzerzählung können bestimmte Optionen eingeblendet werden.

Das kann am Ende bedeuten, schaue ich mir den Film allein an, kostet er 1,99 Euro. Lade ich mir 4 Freunde ein kauf ich lieber die DVD oder Bluray. Ist dann wohl billiger.

In diesem Sinne bin ich auf die finale Version mit allen Eckdaten gespannt. Aber so langsam schaut man doch schon über den Xbox Tellerrand, was Sony mit der Playstation 4 so zu bieten hat.

Quelle:

http://www.golem.de/news/xbox-one-details-zu-gebrauchtspielen-onlinezwang-und-datenschutz-1306-99677-3.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/games/xbox-one-microsoft-patentiert-wohnzimmer-ueberwachung-a-901413.html

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